SSF-Meeting im Frankenbad:

Werbung für den Schwimmsport

Eindrucksvolle Wettkämpfe – tolle Stimmung bei den Aktiven – Technik auf modernstem Stand Großes Kompliment an Organisatoren und Athleten: Das 32. SSF-Meeting im Bonner Frankenbad war Schwimmsport vom Feinsten. Mehr als 400 Aktive aus 8 Nationen lieferten sich spannende Wettkämpfe, bei denen es aus sportlicher Sicht natürlich vor allem um Medaillen, Rekorde und Treppchenplätze ging, doch ist das Treffen in Bonn immer auch eine ausgesprochen stimmungsvolle Veranstaltung und für die Aktiven ein ganz besonderes Erlebnis.

Fast 2.500 Starts hatten Aktive und Veranstalter bei der dreitägigen Veranstaltung über die Bühne zu bringen, Siegerehrungen vorzunehmen und für eine möglichst perfekte Rundum-Versorgung der Sportler zu sorgen – das gelang wie in den vergangenen Jahren reibungslos, brachte dem Organisationsteam Lob und Anerkennung von allen Seiten. Höchstleistungen erbrachte nicht zuletzt das Team um Sebastian Höfer, das die Wettkämpfe dank modernster Technik auch für die Zuschauer zu einer hautnahen Angelegenheit machte.

Noch nie übrigens war das Durchschnittsalter in den Finalläufen so jung wie in diesem Jahr, dennoch waren die Siege hart umkämpft. Das zum 1. Januar durchgesetzte Verbot der superschnellen „High-Tech“-Schwimmanzüge war natürlich ein viel diskutiertes Thema am Beckenrand – die seit Jahresbeginn erzielten Ergebnisse zeigen deutlich, dass es noch lange dauern wird, bis der Schwimmsport wieder das Niveau der vergangenen beiden Jahre erreichen wird. Auch die Siegerzeiten in Bonn lagen deutlich unter den des Vorjahres.

Sportliche Glanzpunkte

Sportliche Glanzpunkte setzte die erfolgreichste Schwimmerin: Lina Rathsack vom SC Riesa brach den bestehenden Meeting-Rekord über 200m Brust gleich zweimal, das erste Mal im Vorlauf, zum zweiten Mal im Finale mit einer Zeit von 02:29,91 Minuten. Über die 100m Brust unterbot die 16-Jährige den bestehenden Rekord um genau eine Sekunde auf 01:09,82 Minute.

Rathsack stand in 8 Finalläufen, war dabei 7 Mal die Schnellste und absolvierte insgesamt 2.700 Wettkampfmeter.

Sander Helderweit vom Team MEGA erhielt für seine Siegerzeit über 100m Rücken den Ehrenpreis für die beste männliche Leistung. Das Team Brabo, schon seit Einführung des Jugendmeetings dabei, konnte 2010 den Pokal für die punktbeste Mannschaft entgegennehmen.

Vier Mädels = 21 Finalteilnahmen

Ohne besondere Vorbereitung waren die SSF-Schwimmer an den Start gegangen, doch durfte sich Cheftrainer Stefan Koch über 21 Finalplätze freuen. Dabei teilten sich Cornelia Bauer, Verena Ebert und Katrin Heider alle 15 Medaillenplätze der SSF und siegten gemeinsam mit Jessica Warnusz auch in der Lagen- und Freistil-Staffel.

Nicht nur schön anzusehen, sondern auch richtig schnell waren Ebert und Heider, die ihre Konkurrenz über die 400m Freistil immer unter Kontrolle hatten. Die 15-jährige Cornelia Bauer siegte nach einem spannenden Duell mit Anne Leuthold aus Dresden über die 50m Schmetterling in 0:28,6min, gewann über 100m Rücken in 1:04,1min, holte Bronze über 50m Brust und 50m Rücken in 0:34,24 bzw. 0:30,6min. Großer Jubel auch bei Verena Ebert (Jg.94): Sie beendete das offene Finale über 200m Rücken (2:17,85) und 50m Rücken (0:30,12) jeweils mit Platz 1, gewann Silber über 100m Rücken (1:05,10) und Bronze über 50m Freistil (0:26,70). Die erst seit kurzem für die SSF Bonn startende Katrin Heider (Jg.92) landete nach 100m Schmetterling mit einer Zeit von 1:05,32 Minuten auf Rang 2 und holte sich über 200m Schmetterling (2:23,78) und 100m Freistil (0:57,65) ebenfalls Silber.

Aber auch mit den Leistungen seiner Jungen war Stefan Koch sehr zufrieden. Da sie im Vergleich zur Konkurrenz zwei Jahre jünger sind, wäre jeder Finalplatz eine Überraschung gewesen. Timo Hoffmann über 200m Schmetterling und Tom Pilger über 200m Brust verfehlten als Siebte die Finalläufe jeweils nur um einige Zehntelsekunden. In der Jahrgangswertung 1996 und jünger hatten die Jungen jedoch die Nase vorn. Besonders erfolgreich waren hier Josha Salchow (Jg.99) und Jan Kaatz (Jg.97) mit jeweils sechs ersten Plätzen.

Monate an der Organisation gefeilt

Dass das Bonner Meeting weit mehr ist als nur ein ganz normaler Schwimmwettkampf, wird schon dadurch belegt, dass das Organisationsteam fünf Monate an Planung und Durchführung feilte. Ohne die tatkräftige Unterstützung von 80 Helfern an den Wettkampftagen wäre es dennoch kaum möglich, Live-Bilder des Wettkampfgeschehens in Echtzeit (und brillanter Qualität) über das Internet zu verbreiten, namentliche Teilnehmerkarten mit dem jeweiligen Wettkampfprogramm zu drucken, in der Cafeteria mit ganz viel elterlicher Hilfe alles für das leibliche Wohl der Aktiven (und der Kampfrichter) bereit zu halten und den Finalabschnitten ein ganz besonderes Flair zu verleihen.

Internationale Meeting-Tour 2010

Neu am Jugendmeeting 2010 der SSF Bonn war auch, dass dieses erstmals Teil einer ganzen Meeting-Tour war – drei übers Jahr verteilten Wettkämpfen von Schwimmern für Schwimmer. Schon im Mai 2010 wird es ein Internationales Kindermeeting im Sportpark Nord geben, dann startet Ende des Jahres die zweite Auflage des Jugendmeetings im Frankenbad.

Ab 2011 wird die Tour im Februar mit einem Meeting der offenen Klasse im Sportpark Nord eröffnet, gefolgt vom Kindermeeting im Frühling und dem Jugendmeeting im Frankenbad.


Ute Pilger