Nachwuchs Reloaded
An dieser Stelle geht es nicht etwa um die Wasserball-Mannschaft für die Olympischen Spiele 2012 in London, sondern um die brandneu formierte Mannschaft der D-Jugend der SSF Bonn. Zwar ist die Saison schon einige Monate alt, für Elke Schmitz aber, die Trainerin des Wasserball-Nachwuchses, hätte der Einstieg in die Spielzeit ruhig noch ein wenig später kommen können. „Im Oktober oder November 2009 wären wir noch gar nicht einsatzfähig gewesen, weil wir schlicht und einfach nicht genügend Spieler für die Mannschaft hatten“, kommentiert Schmitz den damaligen Nachwuchsmangel. Das gehört inzwischen erfreulicherweise der Vergangenheit an. Der Kader ist zwölf Spieler stark und hat Ende Februar beim Pokalturnier des Schwimmbezirks Mittelrhein für die Jugend D seine ersten offiziellen Spiele absolviert.
Aufschlussreiches Turnier
Extrem erfreulich war, dass sich alle – auch die ganz neu hinzugestoßenen Spieler – zu einer Mannschaft zusammengefügt haben, in der mit Navid Masoudpur und Ammar Salman zwei Spieler Ambitionen auf den wichtigen Torwartposten anmeldeten, aber auch als Feldspieler überzeugen konnten.
Bei ihren Mannschaftskameraden konnten Trainerin und Zuschauer ebenfalls bereits besondere Talente entdecken. So ließen sich beispielsweise Max Mann und Julian Reichartz von der Erfahrung, Spielpraxis und dem teilweise deutlichen Körpergrößenunterschied ihrer Gegner nicht beeindrucken und machten diesen das Spielen so schwer wie möglich. Vadim Stoll und Alexander Zhmachinsky stellten unter Beweis, dass die Verteidigung zu ihren großen Stärken gehört und vereitelten mit gutem Stellungsspiel und fairen Balleroberungen so manchen Angriff. Einen klugen Spielaufbau, starkes Angriffsspiel und den richtigen Torinstinkt bewiesen Sinan Dogan, Steffen Kajkin und Arthur Wambach.
Zusammen mit den drei (noch) nicht beim Turnier vertretenen Spielern Warren Kokott, Boris Kraiczy und Ramy Mohammed ergibt sich für die Trainerin die Möglichkeit, Schlüsselpositionen mehrfach besetzen und im Spiel mit taktischen Auswechslungen flexibel und kräfteschonend agieren zu können.
Junge Mannschaft mit viel Potenzial
Eine vordere Platzierung im Turnier war bei dieser ersten Bewährungsprobe sicher nicht zu erwarten, aber immerhin gab es einen Achtungserfolg gegen die zweite Mannschaft der SG Düren/Hürth.Noch erfreulicher war jedoch für Elke Schmitz das Spiel gegen den starken SC Poseidon Koblenz.Nach vollem Einsatz aller Spieler ging das Spiel zwar knapp verloren, zeigte aber, was in dieser Besetzung noch möglich sein wird.
Die Mannschaft hat das erste Mal überhaupt in einem offiziellen Einsatz zusammen gespielt.
Weiter ist zu bedenken, dass die überwiegende Anzahl der Spieler zu den Jahrgängen 1999 und 2000 zählt und damit sogar noch als E-Jugend spielen darf. Hier liegt das große Potenzial dieser sehr jungen Mannschaft. „Wenn die Jungs weiter so viel Spaß an Training und Spiel haben, können sie noch zwei weitere Jahre zusammenwachsen und Erfahrungen sammeln. Wenn sich dann auch noch der Zulauf in die D-Jugend weiter so entwickelt, wie er in dieser Spielzeit begonnen hat, wird die Mannschaft in zwei Jahren größere Erfolge erzielen können“, meint Elke Schmitz und zielt damit in Richtung einer guten Platzierung beim NRW-Endrundenturnier 2012. Bei den in NRW vertretenen Wasserball-Hochburgen wie Bochum, Duisburg oder Krefeld ist dies sicherlich eine ambitionierte, aber nicht ganz unrealistische Zielsetzung für das „Team 2012“. Viel Erfolg!
Uwe Klotzowski




