Zypern 2010

Trainieren wie im Urlaub

Ein zweiwöchiges Trainingslager absolvierte die TG1 der SSF-Schwimmer jetzt auf Zypern – wobei sich ein gewisses Urlaubsgefühl abseits des Trainings, bei dem einige Schwimmer auf eine Gesamtleistung von 150 Kilometern kamen, allerdings kaum vermeiden ließ. Richtig so, denn für die mitgereisten Athleten durften sich die intensiven Mühen auch lohnen. Mehr berichtet Stefan Koch.

„Wo liegt Zypern noch mal? Spricht man dort zypriotisch? Und ganz wichtig: Welche Währung gibt es dort? Alles Fragen, die sich im Lauf der Zeit vor dem Trainingslager langsam klärten, bevor es am 25.März von Düsseldorf nach Paphos auf Zypern ging. Dass die Insel zweigeteilt ist, was manche an Berlin erinnerte, dass man dort eigentlich griechisch spricht (das Trainingslager fand im Südteil der Insel statt) und der Norden der Insel von den Türken besetzt ist, und dass man sich währungstechnisch noch in Europa befindet – all diese Dinge dann waren spätestens bei der Landung in Paphos bekannt. Der Transfer zum Coral Beach Resort in Coral Bay am südwestlichsten Zipfel der Insel dauerte rund 45 Minuten und schon der erste Anblick der Hotelanlage noch in der Dunkelheit konnte schon sehr gefallen.

Gewöhnungsbedürftig war für einige, dass man sich geographisch nun im Orient befand, dass dieser sich in Richtung Asien orientiert und deshalb alle mitgebrachten Stromwechsler nicht funktionierten, was computertechnisch durchaus für Verzweiflung sorgte. Das erste Essen allerdings entschädigte bereits für vieles: Carpacchio, Lammrückensteak, Salate, Rindersteak, Beilagen, Fisch, Schweinelendchen, Dips, noch mehr Fleisch.

Fotos: Joseph Kleindl

Fotos: Joseph Kleindl

Und das Ganze jeweils zum Mittag- und zum Abendessen, zwei Wochen lang. Nur gut, dass die meisten bis zu drei Einheiten am Tag trainierten, denn die absolute Gefahr wurde noch gar nicht erwähnt, das Nachtischbuffet. Wir konnten es nicht glauben.

Am nächsten Morgen nun wurde die Trainingsstätte in Augenschein genommen: Zehn 50-Meter-Bahnen mit Startblöcken auf beiden Seiten, Wassertemperatur 27-28 C - unser „Zuhause“ für die nächsten beiden Wochen. Wo lebten die Götter nochmal? Kreta ? Doch eher Zypern. Spätestens nach einer halben Woche war dann klar: O.k., doch „nur“ Trainingslager. Die meisten Teilnehmer schafften 120 bis 150 Kilometer in 26 Einheiten, was eine durchaus beachtliche Leistung war, da man sich bestimmt etwas besseres vorstellen konnte, als bei 25 bis 26 Grad Außentemperatur jeden Tag für fünf bis sechs Stunden ins Wasser zu gehen oder Landtraining zu absolvieren.

Auf den Bahnen nebenan übrigens fanden sich „Mitleidende“ – das gleiche Trainingsschicksal wie einen selbst hatte auch Schwimmer aus Münster, Wuppertal und Dormagen ereilt. Man war zusammen in Düsseldorf aufgebrochen, um die zwei Wochen gemeinsam auf Zypern zu trainieren.

Ebenfalls neu in diesem Jahr: Die Schule hatte eine Lehrerin mitgeschickt, was sich im Übrigen als eine tolle Maßnahme herausstellte. Zweimal täglich wurde vor allem in den Fächern Englisch und Deutsch in verschiedenen Gruppen unter fachlicher Anleitung wiederholt, geübt, gelernt und vor allem verstanden. Toll fand das auch die Lehrerin, die ab der zweiten Woche nach einer Möglichkeit suchte, das Training möglichst zu verlängern, da der Unterricht unter wolkenfreiem Himmel allem Anschein nach viel erträglicher war als im Klassenzimmer.

Kein Wunder, dass die beiden Trainingswochen wie im Flug vergingen, zumal in den letzten Tagen ein Blick auf den deutschen Wettbericht immer deutlicher werden ließ: Nein, wir wollen unter keinen Umständen wieder zurück. Oder doch, aber nur für die Wettkämpfe und dann wieder zurück nach Zypern, wir könnten ja noch die anderen Lehrer mitnehmen.

Zypern, das war ein Erlebnis mit Wiedererkennungswert. Auf jeden Fall. Ebenso aber gilt: Mit guten Leistungen bei den anstehenden Meisterschaften wollen sich die Schwimmer für die Unterstützung dieser Maßnahme durch den Förderverein und den Gesamtverein bedanken."


Stefan Koch